9/11 und Mumbai überlebt

Dem Tod von der Schippe gesprungen

Krank sein ist nichts Schönes. Doch Aaron Smith rettete es zwei Mal das Leben: Er «verpasste» die Terroranschläge auf das World Trade Center in New York City 2001 und auf das Taj Mahal Hotel in Mumbai 2008.

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Aaron Smith
An einem frühen Morgen in Mumbai, Indien. Aaron Smith wollte gerade aufstehen, als ihm ein starker Schmerz durch den Rücken schoss und ihn wieder zurücksinken liess. Er versuchte es wiederholt, dann gab er auf. Ein Wirbel in seinem Nacken schien verschoben zu sein. Ausgerechnet heute, wo wichtige Sitzungen im Taj-Mahal-Hotel geplant waren! Nun würde er nicht hinfahren können. Frustriert sagte er alle Sitzungen ab.

Verschont

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Terroranschlag auf das World Trade Center in New York.
Stunden später dann die Schocknachricht: Das Taj-Mahal-Hotel war Schauplatz eines Terrorangriffs der Al-Kaida geworden. An zehn Orten in Mumbai wurden an diesem 26. November 2008 Anschläge verübt. Aarons Sitzungen im Taj-Mahal-Hotel wären im Old Colonial Wing geplant gewesen, exakt der Teil des Gebäudes, in dem die Terroristen sich einnisteten. Die Anschläge forderten über 170 Todesopfer und mehrere hundert Verletzte.

Dies war nun bereits das zweite Mal in seinem Leben, dass Aaron haarscharf einem Terroranschlag entging: Jahre früher – er hatte gerade seine Karriere gestartet – fiel sein Arbeitsplatz im World Trade Center einem Terrorangriff zum Opfer. 11. September 2001. Doch Aaron war an dem Morgen nicht im Büro, sondern lag mit einer Salmonellenvergiftung im Spital. «Ich hatte vorher noch nie bei der Arbeit gefehlt. Ganz sicher wäre ich an diesem Tag dort gewesen», erklärt der Amerikaner.

Befreit

Diese Erlebnisse gingen nicht spurlos an Aaron vorbei: «Ich wusste, dass es Gott war, der mich 'verschont' hatte und ich wusste, dass er eine Bestimmung für mein Leben hat.» Doch das Bewusstsein verblasste schnell wieder. Denn Aaron lebte zu der Zeit einen Lebensstil des Überflusses, war äusserst erfolgreich und verdiente Hunderttausende Dollar. «Man hat alles, was man sich wünschen kann und gerade dieser Umstand führt dazu, dass man völlig von den Dingen vereinnahmt werden kann», erzählt er.

2009 war Aaron in Singapur und besuchte einen Gottesdienst. Schon früher war er von einem Freund in eine Kirche eingeladen worden und begann, regelmässig dorthin zu gehen. «Da war dieser Pastor. Als er predigte, realisierte ich, wie mir das zusagte und dass ich es glaubte», erklärt Aaron rückblickend. Dass er also an diesem Morgen im 2009 in die Kirche ging, war nichts Aussergewöhnliches. Und doch würde nach diesem Morgen nichts mehr sein, wie es war: Ein Mann betete für Aaron und er wurde augenblicklich frei von Abhängigkeiten, mit denen er vorher jahrelang gekämpft hatte.

Verändert

9/11 und Mumbai – einfach immer zufällig Glück gehabt oder war da mehr dahinter? Die tiefgehenden Erlebnisse lösten bei Aaron einen Prozess aus. Nach 15 Jahren, in denen er sich kontinuierlich von Gott entfernt hatte, wendete er sich nun wieder ihm zu. «Die Sorgen des Alltags und mein reicher Lebensstil hatten mich weit weg von Gott gebracht, doch dann habe ich umgedreht und bin zu ihm zurückgerannt», beschreibt Aaron diese Wendung.

Heute lebt Aaron mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in der Schweiz. Der Glaube an Gott und ein bewusstes Leben mit ihm sind tragende Bestandteile seines Lebens geworden. Sein Fazit: «Gott ist treu und hat Geduld: Er bietet immer eine Möglichkeit, zu ihm zurück zu kommen. Egal wie weit weg wir sind, es gibt einen Weg zurück.»

Dieser Text stammt aus der Reformationszeitung «Change». Hier kann sie angeschaut, heruntergeladen und bestellt werden.

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Datum: 23.04.2017
Autor: Deborah Blaser
Quelle: Reformationszeitung «Change»

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