«So wie Stephanus»

Ein Mord bringt neues Leben

Erst vor wenigen Monaten hatte sich Workitu für ein Leben mit Jesus Christus entschieden. Im März wurde sie von ihrem Mann, einem strenggläubigen Muslim, zu Tode geprügelt. Doch ihr Tod hatte unerwartete Auswirkungen, die auch sie sehr glücklich gemacht hätten.

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Marktfrauen in West-Äthiopien
Es war wohl der mutigste Schritt ihres Lebens: Als sich die Äthiopierin Workitu im vergangenen August dafür entschied, ihr Leben Jesus Christus zu übergeben, war sie sich bewusst, was auf sie zukommen würde. Ihr Mann, ein strenggläubiger Muslim, schäumte vor Wut und begann, sie regelmässig zu verprügeln. Er verbrachte zwar die meiste Zeit mit seiner anderen Frau, doch wiederholte er Workitu ein ums andere Mal, dass er sie töten würde, wenn sie nicht zum Islam zurückkehrte. Ähnliche Drohungen sprachen auch Nachbarn ihr gegenüber aus.

Hilfeschrei an die Polizei

Andere Christen in Addis Abeba, ihrem Wohnort, ermutigten Workitu, der Polizei von den Drohungen ihres Mannes zu berichten. So schrieb sie im Februar einen Brief, in dem sie der örtlichen Polizei schilderte, dass sie Angst um ihr Leben haben muss. Ob die Polizei den Brief wirklich nie erhielt oder ihn nur ignorierte, ist unklar – sie handelte nicht und bestreitet laut eines Berichtes der Organisation «Open Doors», ihn je bekommen zu haben.

Zwischen Leben und Tod

Und so kam es zu dem folgenschweren Tag Ende März dieses Jahres, an dem ihr Mann aufgrund eines Streites erneut auf sie einschlug. Ein Nachbar kam dem Mann zur Hilfe und Workitu wurde so schwer verletzt, dass sie sofort in eine Klinik kam. Doch wenige Tage später, als sie in ein anderes Krankenhaus verlegt werden sollte, erlag sie während des Transportes ihren Wunden. Die Polizei nahm sofort den Ehemann und den Nachbarn fest, beide wurden des Mordes angeklagt.

«So wie Stephanus…»

Doch hier hört Workitus traurige Geschichte nicht auf – denn die über 50-jährige Frau hatte zwei Söhne. Auf Mustafa und Kedir machte ihr Mut und ihre Entschlossenheit, Jesus Christus nachzufolgen, grossen Eindruck, so sehr, dass die beiden sich entschieden, mehr über den Glauben und diesen Gott zu erfahren, den ihre Mutter verehrt hatte. Sie suchten Kontakt zur örtlichen Gemeinde. Und jetzt, nur einen Monat nach dem Tod ihrer Mutter, haben sich sowohl die zwei jungen Männer als auch eine muslimische Freundin von Workitu für Jesus Christus entschieden.

«Workitu ist wie Stephanus», erklärte ein Pastor und Evangelist vor Ort gegenüber «Open Doors». «Ihr Tod wurde dadurch geehrt, dass er ihren Söhnen neues Leben geschenkt hat. Ich bin mir sicher, dass sie extrem glücklich gewesen wäre, wenn sie miterlebt hätte, dass sich ihre beiden Söhne dafür entscheiden, Christus nachzufolgen!»

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Datum: 28.04.2016
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Livenet / Christian Post

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