Tim Keller

«Ich glaubte nur halb an die Auferstehung...»

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Tim Keller (Bild: Facebook)
Er ist Theologe, Bestseller-Autor und Gründer des evangelikalen Netzwerks «The Gospel Coalition» – doch in einem Gespräch mit The Christian Post gab Tim Keller zu, dass er früher den Gedanken an den Tod verdrängt habe. Er habe zwar intellektuell an die Auferstehung geglaubt, aber nicht praktisch – bis er erneut an Krebs erkrankte.  

Im vergangenen Jahr wurde Keller zum zweiten Mal mit Krebs diagnostiziert. Er leidet an fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs und ihm wurde damals eine Lebenserwartung von nur einem Jahr zugesagt. «Wenn du weisst, dass du sehr, sehr bald sterben könntest, merkst du, dass du den Fakt deines eigenen Todes eigentlich verdrängt hast», so der Theologe. «Wenn es dich plötzlich trifft, must du dich fragen: 'Reicht mein Glaube dafür? Glaube ich, dass die Auferstehung von Jesus Christus wirklich geschehen ist und dass ich, wenn ich im Glauben an Jesus sterben, ebenfalls auferstehen werde?'»

Aktuell untergeht der 70-Jährige Chemotherapie und er erklärte im Interview, dass es gut laufe und dass er Hoffnung habe, dass ihm noch «Jahre und nicht nur Monate» bleiben.

Intellektueller Glaube

Vor wenigen Wochen veröffentlichte er ein weiteres Buch unter dem Titel «Hope in Times of Fear: The Resurrection and the Meaning of Easter» (frei übersetzt: Hoffnung in Zeiten der Angst: Die Auferstehung und die Bedeutung von Ostern). Während des Schreibens habe er erst gemerkt, dass er zuvor eigentlich nur halb an die Auferstehung geglaubt hat. «Ich war dabei, ein Buch über die Auferstehung zu schreiben, und merkte, dass ich nur halb glaubte, dass ich sterben würde. Ich schaute zurück und merkte, dass ich auch nur halb an die Auferstehung glaubte – damit meine ich nicht so sehr intellektuell, als vielmehr tief in meinem Herzen. Ich merkte, dass ich einen grösseren, tieferen Glauben an die Auferstehung brauchte, sowohl intellektuell als auch psychisch.»

Bibel, Gebet und Heiliger Geist

Damit veränderte sich seine Schreibweise. Er verbrachte nicht nur Zeit mit den Nachforschungen zum Thema, sondern betete viel und las die Bibel, um die Wahrheit der Auferstehung ganz persönlich neu zu entdecken. «Es dauerte mehrere Monate, in denen ich meinen abstrakten Glauben tief ins Herz sacken lassen musste, damit ich es existentiell und praktisch weiss und in dieser Sicherheit wachse – und es hat funktioniert!»

In diesem Sinne ermutigt er jeden, sich so in die Beziehung zu Gott zu investieren, dass der Glaube ganz praktisch wahr und Realität im eigenen Leben wird. «Wenn Sie bereit sind, die Wahrheit von Gottes Wort anzunehmen und darin jeden Tag eintauchen, und dann den Heiligen Geist bitten, dass er es in Ihrem Herzen zur Realität werden lässt, dann wird er das tun.»

Zum Thema:
Buch «Auf Herz und Nieren»: Stefan Loss: «Das wichtigste Organ ist die Seele»
THE FOUR-Umfrage: Umfrage zum Glaubensleben
Glauben predigen oder leben?: Livenet-Talk «Wenn Unrecht und Not zum Himmel schreien»

Datum: 12.04.2021
Autor: Jennifer Lee / Rebekka Schmidt
Quelle: Christian Today / Übersetzt und bearbeitet von Livenet

Kommentare

Ein sehr schönes Zeugnis! Ich möchte hier auch auf das Buch "Die Bibel im Test – Tatsachen und Argumente für die Wahrheit der Bibel" von Josh McDowell hinweisen, das wohl schon als christlicher Klassiker gilt. Behandelt werden die Bibel, Jesus Christus und Gottes Wirken in der Geschichte, alles belegt mit unzähligen Quellen und Zitaten, eine wahre Fundgrube (Es hat auch ein ausfühliches Kapitel über die Auferstehung), und bei all dem überhaupt nicht langweilig geschrieben. Bei ihm lernte ich zum ersten Mal die Breite und Tiefe des christlichen Glaubens kennen, und wie solide begründet alles ist. Für Anfänger und Fortgeschrittene sehr zu empfehlen.

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