Das Gewohnte verlassen

Berg und Talfahrt für ein «Ja»

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Trotz früher Begeisterung: Bis zum feurigen «Ja» verging eine längere Zeit (Foto: Nik Frey).
Nadine und Roger fanden sich durch eine Kontaktanzeige bei Jesus.ch. Trotz Liebe auf den ersten Blick stand eine schwere Zeit bevor. Doch diese sollte nicht das Ende sein. Hier schildern die beiden ihr packendes Erlebnis - auch um andere zu ermutigen, diesen Schritt zu wagen.

Nadine und Roger haben erklärt, dass sie sich nicht ausstellen wollen und deshalb unter diesen geänderten Vornamen auftreten; die richtigen Namen sind der Redaktion bekannt.

Lange hatte Nadine eine Kontaktanzeige als letzten und auch etwas peinlichen Notnagel angesehen, um ihren Mann kennenzulernen. Irgendwann wagte sie es doch und schrieb auf eine Anzeige zurück. Um eine Erfahrung und Enttäuschung reicher, überwand sie sich dann doch und gab eine eigene Anzeige auf.

Die vielen Antwort-Mails überraschten sie: Es gab sie also doch noch, die heiratswilligen Christen! Anfangs überwog die Freude, bald schon fühlte sich Nadine aber überfordert wegen der gut fünfzig Männer, die sich meldeten: Wie sollte sie vorgehen, wem schreiben, wie viel von sich preisgeben ... Fragen über Fragen.

Dates über Dates

Eine Anzeige aufgeben ist das Eine, damit umgehen das Andere. Sie schrieb Mails, versuchte herauszufinden, mit wem die Chemie stimmt, schrieb Absagen und wagte dann die ersten Treffen. Aufgeregt war sie jeweils vor den Dates, und meistens war nachher einiges klarer.

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Nadine führte lange ein Singleleben – dieses wurde nun durcheinander gewirbelt (Foto: Justin Hobson).
Es hatte interessante Männer darunter, aber das war es dann auch meistens. Als auch die letzten Kontakte zu Ende gingen, machte sich bei Nadine eine grosse Enttäuschung breit: So viel Energie, Herzblut, Gebete und auch Hoffnung hatte sie in die Anzeige gesteckt. Worüber sie allerdings froh war, war die Tatsache, dass eine strenge und intensive Zeit vorüber war.

«Genau so einen möchte ich!»

Nach etwa einem halben Jahr wagte sie es noch einmal. Gleich am Tag, nachdem die Anzeige erschienen war, bekam sie ein Mail von Roger und dachte: «Genau so einen Mann möchte ich!» Nadine und auch Roger hatten erlebt, dass ein Treffen viel mehr aussagt als Dutzende von langen Mails. So beschlossen sie, sich bereits nach wenigen Tagen zu treffen. Beide erschienen gespannt zu diesem Date. Die Zeit verflog im Nu und die beiden waren «sehr angetan» voneinander. So angetan, dass Nadine alles auf «eine Karte» setzte, allen anderen Männern absagte und die Anzeige stoppte.

Es folgte eine Zeit intensiven Mailens und Telefonierens. Beim nächsten Treffen einige Wochen später wagten Roger und Nadine es und befreundeten sich. Alles ging sehr schnell, die beiden waren begeistert voneinander und verbrachten Stunden am Telefon und genossen die Zeit miteinander.

Schwere Zeiten

Nadine ging es aber irgendwann zu schnell, die Umstellung vom langjährigen Singleleben zum Beziehungsleben war gross, die Beziehung intensiv. Ihr wurde es zuviel, und nach ein paar Monaten wollte sie die Beziehung am liebsten beenden. Eine Seelsorgerin gab ihr den Rat, keine Entscheidung fürs Leben zu treffen, wenn sie nicht recht wisse, was sie wolle. Nadine fragte Roger, ob er bereit sei, einer Zeit ohne Kontakt zueinander zuzustimmen. Schweren Herzens sagte er zu.

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Nach einiger Zeit brauchte Nadine eine Pause, für Roger eine karge Zeit (Foto: Luca Galuzzi).
Für beide begann eine schwierige Zeit. Roger glaubte immer an die Beziehung, aber in der fast dreimonatigen Pause kam immer wieder die Ungewissheit, wie sich seine Freundin entscheiden würde. Nadine ging in die Seelsorge und setzte sich intensiv damit auseinander, was sie eigentlich wollte. Am Anfang wäre sie am liebsten aus der Beziehung davongelaufen. Nach einigen Wochen kam aber wieder das Interesse an Roger. Wie ein kleines Pflänzchen wuchs langsam wieder der Wunsch, mit Roger weiterzugehen.

Am verabredeten Datum telefonierten die beiden. Für Roger war es ein sicheres «Ja» zu Nadine, für Nadine ein sehr zaghaftes und vorsichtiges.

Sorgfältige Annäherung

Die Zeit nach der Pause war wieder ein sorgfältiges Annähern, ein Ausprobieren, ein sich Zumuten. Mit Hilfe einer Seelsorgerin lernten die beiden, wieder miteinander Schritte in der Beziehung zu gehen, zuerst kleine, dann auch mutigere. Die Beziehung wurde immer tragfester, auch wenn es immer wieder Rückschläge gab.

Aber die intensive Zeit in der Freundschaft, das Ringen um die Entscheidung half beiden, so dass Nadine dem Heiratsantrag von Roger einige Monate später zusagte. Auch in dieser Zeit gab es immer wieder viele neue Situationen, zaghafte Schritte, innehalten, Mut sammeln, ...

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Heute herrscht traute Zweisamkeit (Grafik: Jesus.ch mit Fotos von Carlos Ponte, Luca Galuzzi, Mila Zinkova, André Karwath und Tiago Foreze).
Im darauffolgenden Jahr heirateten die beiden. Mit viel Freude starteten sie in ihre Ehe und waren dankbar, dass die Höhen und Tiefen ihrer Beziehung sie nicht auseinander, sondern schlussendlich näher zusammengebracht hatten. Sie haben ein volles «Ja» zueinander und gerade auch durch die schwierigen Zeiten viel über sich, den anderen und ihre Beziehung gelernt. Nun geniessen sie ihre spannende, schöne und auch immer wieder herausfordernde Ehe!

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Autor: Daniel Gerber
Quelle: Jesus.ch

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