Wie sich Bedros durchkämpfte

Er suchte in Müllcontainern nach Essen

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Bedros Keuilian (Bild: Instagram)
Im Alter von sechs Jahren tauchte Bedros Keuilian in Müllcontainern nach abgelaufenen, aber noch geniessbaren Lebensmitteln. «Ich war der Ernährer der Familie», erinnert er sich. Aufgrund sexueller Übergriffe durch ältere Jungen glitt er später in die Kriminalität ab…

Während Bedros Keuilian versuchte, seine Einwandererfamilie zu ernähren, mühten sich seine Eltern und sein Bruder ab, Geld für die Miete zu verdienen. Im Müllcontainer fand Bedros einen «Herman-Munster»-Pullover, den er in der Grundschule trug. In den nächsten drei Jahren wurde er deshalb «Herman» genannt.

Trotzdem fand er das Leben in den USA besser als im Kommunismus der UdSSR. Sein Vater hatte neben seiner normalen Arbeit zusätzlich als Schneider gearbeitet, um Geld zu verdienen, mit welchem er 1981 das sowjetische Konsulat bestach, damit sie nach Italien reisen konnte, wo ein Visum für die Einreise in die USA beantragt wurde.

Fast wäre das Vorhaben aufgeflogen. Die engmaschigen Fühler des KGB waren weit ausgestreckt – er wurde verdächtigt, «unerlaubten Kapitalismus» zu betreiben. Mehrere Razzien wurden in ihrem Haus durchgeführt. Mama, Papa und die Kinder wurden in einer Reihe aufgestellt, während sie vergeblich nach Nadel, Faden, oder Stoffen suchten; nach allem, was die Gerüchte bestätigen könnten, dass er nebenbei als Schneider tätig war. Aber er war gut darin, Dinge zu verstecken, erinnert sich Bedros.

Wut wegen Missbrauch

Es gibt noch eine andere dunkle Seite in seiner Geschichte: Bedros wurde in Armenien von älteren Jungen sexuell missbraucht. Seine Eltern wussten das nicht, doch als sie ihn vor dem Kommunismus retteten, retteten sie ihn auch vor weiterem Missbrauch.

Die Scham und die Wut wegen der Übergriffe kochten in seinem Hinterkopf aber weiter und machten ihn zu einem schlechten Schüler und später zu einem Kriminellen – mehr dazu später.

Zunächst aber lief vieles gut: Ein Einwanderer zu sein, sei in den USA ein Vorteil gewesen, erinnert er sich. Es lehrte ihn, schnell Kontakte zu knüpfen und einfallsreich zu sein. Er nennt es den «Immigrantenvorteil».

Er lernte, schnell neue Beziehungen aufzubauen, weil seine Eltern immer wieder mit den Kindern in Wohnungen erwischt wurden, in denen Kinder untersagt waren. Unter den drakonischen kalifornischen Mietgesetzen der 1980er Jahre wurden sie zwangsgeräumt, und er musste in eine neue Schule gehen und oft neue Freunde finden.

Läuse mit Benzin bekämpft

In einer der vielen schmutzigen Wohnungen, die sie in ihrer Zeit der Armut mieteten, bekam Bedros Läuse. Da kein Geld für Läusemittel da war, zapfte seine Mutter etwas Benzin aus dem Auto ab und schüttete es ihm auf dem Rasen vor dem Wohnkomplex über den Kopf, während sich ein Haufen kleiner Kinder um ihn versammelte, um zu sehen, was seine Mutter da tat.

Seine Familie arbeitete hart: «Am zweiten Tag in den Vereinigten Staaten trug mein Vater Zeitungen aus, am dritten Tag trug er Zeitungen aus und pumpte Benzin, am vierten Tag trug er Zeitungen aus, pumpte Benzin und arbeitete in einer Pizzeria», erinnert sich Bedros. «Meinem Bruder hat er nach zwei Wochen einen Job in der Pizzeria besorgt. Meine Brüder, meine Schwester, die Mutter, alle hatten mehrere Jobs.»

Bedros sammelte wie eingangs erwähnt, Brot, Eier, Kleidung und Milch aus dem Müllcontainer hinter dem Supermarkt. Man pflückte die Schimmelflecken vom Brot und roch an der Milch, um zu sehen, ob sie verdorben stank, und schon war man startklar, erinnert er sich.

Vom Missbrauch eingeholt

Beim Heranwachsen besuchte er ein Fitnesscenter und baute Muskeln auf. Es war Teil des inneren Aufruhrs, der aufgrund der Misshandlung in der Kindheit in ihm kochte. Er wurde stark und man wollte ihm an einem schlechten Tag nicht über den Weg laufen.

Bedros geriet bald in Konflikt mit dem Gesetz, entwendete Autos und beging Verbrechen. Daneben verdiente er Geld als Fitnesstrainer, Fritten-Koch und Türsteher einer Schwulenbar, weil dort vier Dollar mehr bezahlt wurden als in der Hetero-Bar. Zu dieser Zeit suchten Skinheads regelmässig Schwulenbars auf, um Homosexuelle zu verprügeln, und es war Bedros' Aufgabe, sie zu verteidigen. Er verprügelte viele Skinheads.

Das Monster im Inneren

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Bedros mit seiner Familie
Er gründete und verkaufte fünf Fitnessstudios und entdeckte, dass man mit dem Verkauf von Unternehmen Geld verdienen kann.

Etwa zur gleichen Zeit heiratete er. Mit der Zeit stritten sich die beiden, wie es Paare manchmal tun – doch der wütende Stier in ihm bäumte sich auf. Er schlug mit der Faust ein Loch in die Wand und ging hinaus. Seine Frau sagte, er könne alles Geld auf dem Konto und ihr kleines Haus in Chino Hills haben; sie wollte die Ehe beenden…

Später erkannte er, dass seine Zornausbrüche in der Verletzung lagen, die ihm damals von älteren Jungen in Armenien zugefügt wurden. Er begann, sich mit dem Monster in seinem Inneren auseinanderzusetzen. Unter anderem nahm er professionelle Hilfe an.

Zudem lernte er den christlichen Glauben kennen und machte sich die Verheissungen Gottes zu eigen. Er erlebte Heilung, seine Ehe überlebte, inzwischen hat das Paar zwei Kinder.

Hilfe holen hilft

Der beste Weg sei, Schweres nicht in sich zu vergraben. Denn es tauche wieder auf und suche einen heim, «bis Sie es ansprechen und heilen. Wollen Sie wissen, was bei mir funktioniert hat? Ich habe mir Hilfe geholt. Ich habe die Arbeit gemacht. Ich bin geheilt.»

Bedros Keuilian ist inzwischen Gründer und CEO von «Fit Body Boot Camp», einem der am schnellsten wachsenden Franchise-Unternehmen in Amerika, sowie christlicher Motivationsredner – als solcher verweist er auf den, der ihm Kraft gibt: «Schaut euch Jesus Christus an, er hat gelitten, um uns all unsere Sünden zu vergeben.»

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Datum: 05.05.2021
Autor: Michael Ashcraft / Daniel Gerber
Quelle: GodReports / Übersetzung: Livenet

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