Freiwillig zu Fuss

3'000 Meilen «in ihren Schuhen»

Michael Pearson (42) und seine Frau Julia (34) durchqueren die USA zu Fuss. Auf der 3'000 Meilen (4828 km) langen Strecke sammeln sie Geld, um damit ihr Traumprojekt verwirklichen zu können: Hilfe für Obdachlose.

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Michael und Julia Pearson
Es soll eine Ranch werden, auf der Obdachlose leben, arbeiten und auch Gott kennenlernen können. Hier sollen sie übergangsweise sein können, bis sie einen eigenen Platz finden. «Wir wollen eine Drogen- und Alkoholberatung anbieten. Auch eine Kirche ist geplant, in der alle willkommen sind.» Gott habe ihnen die Vision für den Marsch und die Ranch gegeben. Stehen soll sie in New Mexico.

Michael träumte von diesem Unternehmen. Er befürchtete, Julia würde lachen, wenn er ihr davon erzählen würde. Doch stattdessen fragte sie: «Wann brechen wir auf?»

In Santa Fe, wo er sieben Jahre arbeitete, sah er viele Obdachlose. «Sie taten mir leid, weil sie nicht die gleichen Möglichkeiten wie ich hatten.»

Schmerzhafte erste Tage

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Michael und Julia Pearson mit ihren Wagen unterwegs zwischen Barstow und Amboy, Californien.
Eltern und Freunde rieten davon ab. Die beiden beteten ein Jahr für das Vorhaben. Am 20. Februar brachen sie schliesslich auf, in Port Hueneme in Kalifornien. Das sei so weit wie möglich von der Zieldestination New York entfernt.

Trainiert habe er für den Marsch nicht, sagt Michael. Am ersten Tag gingen die beiden 7,3 Meilen (also rund 10 Kilometer). Am Abend hätten sie Schmerzen gehabt, sich aber fantastisch gefühlt.

Ab dem zweiten Tag hatten sie Wagen, um das Gepäck mitzuschieben. Unterwegs gehen sie manchmal wegen dem Verkehr hintereinander. Manchmal beten sie und hören Worship-Musik.

In ihren Schuhen

Michaels Eltern änderten mittlerweile ihre Meinung. «Das war, als wir ungefähr zum ersten Mal eine Staatsgrenze überquerten.» Nachts schlafen die beiden in einem Zelt. «Die meisten Obdachlosen tun das nicht. Ich bin froh um die Wände.» Er könne ihnen nachempfinden, wenn er nach einer Toilette suche. An Orten, wo sie nichts kaufen, würden sie weggeschickt. Michael: «Uns ging es gleich, bis die Leute wussten, warum wir so unterwegs waren.»

Unterwegs treffen die beiden auch Obdachlose. Zwei haben sie auch zum Essen eingeladen, als sie gerade eine «Mc-Donalds»-Tüte aus dem Kehricht gezogen hatten. «Wir fragten, ob sie noch immer hungrig sind. Sie bejahten, und so luden wir sie ein und beteten auch mit ihnen. Ich weiss nicht, wie lange es her ist, dass diese Obdachlosen mit jemand anderem ein normales Gespräch hatten.»

Zur Webseite:
Michael und Julias Projekt bei Facebook

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Datum: 18.06.2014
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / Assist News

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