Fit to run

„Vergebung machte mich frei für Neues“

Martha Graber, Gewinnerin des Swiss Alpine Marathon 2005, hat auch innerlich einen weiten Weg zurückgelegt. Sie kann heute ihre Mutter umarmen.

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Von Bergün nach Davos in 3 Stunden 43 Minuten: Martha Graber lief am Swiss Alpine Marathon 2005 allen anderen Frauen davon.
Vor zwölf Jahren begann mit einem Pfarrerwechsel eine Leidensgeschichte in der Freikirche, der ich und meine Familie angehören. Als Abwartin der Kapelle kam ich dem Pfarrer wiederholt ins Gehege. Der Konflikt schaukelte sich auf; mehrfach kam es zu Auseinandersetzungen.

Ich wollte mich nicht aus meiner Gemeinde vertreiben lassen, aber die Spannung war nicht zu lösen. Ich wünschte den Pfarrer ins Pfefferland. Mit meinem Mann zusammen begann ich im Frühling 1995 ein Lauftraining; das lenkte mich ab. Der Konflikt spitzte sich weiter zu. Im Herbst 1998 bekam ich ein Büchlein in die Hand. Es handelte vom Vergeben. Vergeben – egal was der Andere tut.

Last weg – Weg frei
Nun musste ich handeln. Und das vor der Gemeinde, denn ich hatte sie in den Streit hineingezogen. Am folgenden Sonntag stand ich im Gottesdienst auf und sagte, dass ich den Pfarrer um Vergebung bitte und es mir leid tue. Nun war es draussen. Der Pfarrer nahm die Vergebung an. Mir fiel eine Last von den Schultern. Ich konnte ihm wieder in die Augen sehen. Wir hatten auch in der Folge nicht dieselbe Wellenlänge, aber ich konnte damit leben.

Und ich lief. Der Laufsport machte mir Freude. Als der Konflikt in der Kirche sich löste, war es, als gebe mir Gott einen neuen Auftrag. Er nahm mich aus dem Abwartsdienst heraus und gab mir den Wunsch, als Christin unter Sportlern zu wirken.

Wir starteten im September 1999 am Ort eine Laufgruppe, und seither engagiere ich mich bei „Sportler ruft Sportler“. Im letzten Jahr spürte ich, dass ich weitere Aufgaben in der Freikirche abgeben sollte, um frei zu werden für Neues.

Unter dem Mangel an Zuwendung gelitten

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Vergeben – egal was der Andere tut: Martha Graber in Thun.
Ich gehöre einer regionalen Lobpreis- und Gebetsggruppe an, die für Kranke und Leidende betet. Im Verlauf der letzten Monate habe ich als Teilnehmerin der Thuner „Schule für Heilung“ selbst innerliche Heilung erlebt. Jemand sagte mir, dass ich wenig Liebe ausstrahle und als Persönlichkeit kühl wirke.

In der Schule für Heilung wurde mir bewusst, dass ich als Kind immer brav gewesen war, mich gefügt hatte, aber unter dem Mangel an Zuwendung litt. Endlich konnte ich mich ganz in die Arme von Jesus fallen lassen. Dies tat mir sehr wohl.

Besser als ein Liebesseminar
Und man sah mir an, dass etwas geschehen war. Als ich heimkam, fragte mich mein Mann verwundert, ob ich an einem Liebesseminar teilgenommen hätte. „Ja, ich war die ganze Zeit mit Jesus zusammen“, sagte ich ihm.

In der Folge fuhr ich zu meinen Eltern. Ich nahm mir zwei Tage Zeit und legte ihnen im Gespräch dar, worunter ich gelitten hatte. Es tue mir leid, dass ich so viele Jahre später noch damit komme, sagte ich ihnen.

Nun kann ich meine Eltern umarmen

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Gott unter Tränen für die Familie gedankt: Marthas Mutter und Vater beim Fest zum ihrem 70. Geburtstag.
Die Eltern waren dankbar für meine Offenheit. Wir konnten miteinander beten. Ich hatte vorher die Eltern nicht in die Arme nehmen können – nun tue ich es gern. Kürzlich haben meine sieben Geschwister und ich den 70. Geburtstag der Mutter gefeiert.

Zum Abschluss des Tages lud ich sie alle ein, Gott für die Familie zu danken. Einige hatten Tränen in den Augen – so etwas hatten wir noch nie erlebt. Ich glaube fest, dass Gott Familien wiederherstellen will.

Webseite Schule für Heilung: www.ggzg.ch

Datum: 01.09.2005
Autor: Peter Schmid
Quelle: Jesus.ch

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